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Projekt-Tambaya Risiko tut gut

Schwarze Schwäne managen

von Thomas Wuttke

Um was geht’s?

Schwarze Schwäne werden Ereignisse aus dem Nichts genannt, die völlig unerwartet und in ziemlich heftiger Auswirkung daherkommen. Wie kann in solchen Situationen Risikomanagement helfen?

Das Taleb-Buch

Den Begriff „Schwarze Schwäne“ prägte der Autor Nassim Nicholas Taleb in seinem gleichnamigen Buch im Zusammenhang mit der Bankenkrise 2008.

Es gibt allerdings nicht nur die großen Schwarzen Schwäne wie Bankenkrise, 9/11 oder Corona. Auch im normalen Tagesbetrieb können sie auftauchen, wenn natürlich auch nicht in so einem extremen Umfang.

Das Problem eines Schwarzen Schwans ist sein plötzliches Auftreten aus dem Nichts – allein schon aus diesem Grund sind präventive Maßnahmen schwer zu installieren. Eine extrem geringe Eintrittswahrscheinlichkeit gepaart mit einer hohen und signifikanten Auswirkung sind das Kennzeichen dieses Phänomens.

Diese Podcast-Folge reflektiert über das Wesen von Schwarzen Schwänen und möglichen Strategien, wie ihnen begegnet werden könnte.

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Transskript dieser Podcastfolge

Bitte beachten: Der nachfolgenden Text dieser Podcastfolge wurde maschinell transkribiert. Bitte verzeihen Sie daher Rechtschreibfehler. Noch beherrscht selbst die beste KI dieser Welt nicht alle badischen Sprachnuancen, gell?

Hallo Projekt Tambaya Podcast Fan.

Willkommen zur Folge 92 unseres Projektmanagement Podcasts. Mein Name ist Thomas Wuttke und wir von Wuttke & Team unterstützen Sie mit Herzblut bei der Verbesserung Ihrer Projekt-Kompetenz.

Wir sind noch immer mitten im Corona Wahnsinn und beleuchten mit der heutigen Ausgabe mal dieses Thema im Zusammenhang mit Risikomanagement oder auch mit der Frage: Hätte man das alles mit einem tollen Risikomanagement auch richtig machen können? Oder richtig vorhersagen bzw. sehen können? Die Antwort ist ganz einfach Natürlich nicht. Warum nicht und wieso nicht? Und warum? Vielleicht dann doch nur halb? Das möchte ich mit dem heutigen Podcast mal beleuchten.

Es handelt sich um das Thema Schwarzen Schwäne, und wir können auch gar nicht in die Pfefferminzia-Versicherung schalten, weil die Pfefferminzia, die ist leer. König und Stein sind in selbst gewählter Quarantäne und in den langen Gängen der Pfefferminzia Versicherung ist niemand mehr anzutreffen.

Ein schwarzer Schwan namens Corona hat sie alle aus dem Haus gejagt. Was sind diese schwarzen Schwäne?

Schwarze Schwäne sind extrem unwahrscheinliche Ereignisse mit extrem großen Auswirkungen. Und ohne Frage haben wir natürlich mit dem ganzen Corona Wahnsinn hier einen schwarzen Schwan mindestens gesellschaftlich vorliegen. Und für viele Kleinbetriebe oder auch Handwerker oder auch größere Firmen ist es eigentlich nur ein schwarzer Schwan, sondern eine ganze Katastrophe, was denn hier über einen hereinbricht.

Wenn man das Ganze aber mal eine Stufe runter schaltet, muss man sich auch Fragen: Gibt es denn auch im Projektgeschäft, im Tagesgeschäft alles wieder normal? Gibt’s denn da auch schwarze Schwäne? Wie gehe ich mit denen um, wie werden die budgetiert und wie gehe ich überhaupt mit dieser Situation um?

Das ist der Gegenstand des heutigen Podcast, denn es gibt nämlich auch falsche schwarze Schwäne. Mit Wasserfarben angemalt, also schwarze Schwäne, die nur als Ausreden für Ereignisse dienen müssen, die mit guter Planung hätten vermieden werden können oder durch gewisse Planungsansätze hätten vermieden werden können. Wer genau hinsieht, kann sie relativ einfach entlarven. Neben Corona gibt es die jüngsten globalen und dicken schwarzen Schwäne: Zum Beispiel die Attentate des 11. Septembers. Die Weltwährungskrise 2008, Kometeneinschlag. Da gab es ja auch einen Anfang der Nullerjahre in Minsk, wo aus dem Nichts heraus ein Komet 3000 Leute gekostet hat. Und wir könnten wahrscheinlich auch noch den Mauerfall dazu zählen.

Es gibt aber jetzt nicht nur die ganz großen schwarze Schwäne, die gesellschaftlich relevanten, sondern eben auch die unvorhersehbaren Ereignisse, die wir in Organisationen, in Projekten und auch in unserem Privatleben haben. Jetzt könnte man die Ohnmacht gegenüber höheren Mächten durchaus in eine unkritische Haltung überführen. Können Sie sagen: Kann man nichts machen? Ja, eh alles Zufall? Ich bin der Spielball des Zufalls. Was soll es denn hier gar nichts planen?

Braucht man gar nichts zu machen? Das ist nicht ganz korrekt, und das ist auch letzten Endes nicht zielführend.

Und genauso wenig zielführend ist es, selbst kleinste Handwerksfehler in einer Planung oder in einer Vorhabensdurchführung dann immer den schwarzen Schwänen anzulasten. Vielleicht, weil sie gerade en vogue sind. Aber bedenken wir immer, die kommen immer allein. Sie sind immer Einzelgänger, und sobald mal zwei, drei im Pulk auftreten, stimmt wahrscheinlich irgendetwas nicht.

Ein ganz kurzer Exkurs in die Historie: Wie kommt denn überhaupt der Begriff zustande? Warum sagt man denn überhaupt „Schwarzer Schwan“? Das ist schon eine Zeitlang her, das war so 16.Jahrhundert. In der Zeit hat man durchaus auch immer mal wieder vom weißen Raben gesprochen oder eben auch vom schwarzen Schwan und hat damit zum Ausdruck bringen wollen „Das gibt’s gar nicht, das ist unmöglich“. Dummerweise ist dann aber in Australien, nachdem die Briten wieder eine Ladung Gefangene nach Australien gebracht haben, Ende des 17. Jahrhunderts tatsächlich ein schwarzer Schwan gesichtet worden.

Also etwas, was es gar nicht geben kann. Und es muss zur damaligen Zeit zu ganz erheblichen Diskussionen geführt haben. Und so kam es dann auch. So kam denn auch die Redewendung zustande für oder als Metapher für etwas absolut Unwahrscheinliches, aber mit einer hohen Auswirkung. Hohe Auswirkung? Nun, es wird berichtet, dass es einen veritablen Streit unter den Biologen gegeben hat. Und da muss wirklich riesig gewesen sein. Ist das jetzt ein neues Tier? Ist es jetzt ein Schwan? Oder ist es doch kein Schwan, oder?

 Keine Ahnung. Aber das soll uns jetzt hier gar nicht weiter kümmern, weil eine Renaissance des Begriffes kam. Dann erst in der Finanzkrise 2008, als der Autor Nicholas Taleb mit seinem Buch „Der schwarze Schwan“ auch wieder diese Geschichte zurückgeholt hat und ebenfalls schon frühzeitig vor den Auswirkungen dieser Katastrophe gewarnt hat und dann am Ende Recht behalten haben sollte.

Und auch ein sehr empfehlenswertes Buch aus dem Risikomanagement. Allerdings etwas schwer zu lesen. Wie so oft im Risikomanagement ist die Betrachtungsweise oder das Ziel wichtig.

Ein Herzinfarkt eines, sagen wir mal, 46-jährigen Familienoberhaupts beim Angeln ist für dessen Familie mit Sicherheit ein schwarzer Schwan, allerdings nicht für die Rettungskräfte, die am Ort des Geschehens gerufen werden. Oder auch ein Projekt muss abgebrochen werden, weil ein, sagen wir mal, ein Kleinflugzeug in ein Verwaltungsgebäude stürzt. Ja, wir wissen zwar, dass so etwas möglich ist. Ist es nicht völlig aus der Luft gegriffen? Aber es macht keinen Sinn, im Risikomanagement in so einer Sache proaktiv tätig zu werden.

Wir haben gar keine Möglichkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Wir können es maximal im Rahmen von Notfallmaßnahmen durchführen. Ich weiß, es kommt doch gleich wieder der Einwand. Ja, aber Kernkraftwerke werden ja durch die Betonmauern vor genau dieser, diesen unwahrscheinlichen Fall geschützt. Okay, stimmt. Da werden also präventive Maßnahmen ergriffen, obwohl so etwas ja noch nie vorgekommen ist.

Aber das liegt auch daran, dass die Auswirkung so extrem hoch wäre. Also Eintrittswahrscheinlichkeit mal Auswirkung ist das Risiko. Und in dem Falle ja, dann nimmt man präventive Maßnahmen in Kauf. Aber muss sich das auch gefallen lassen. Oder muss sich die Frage gefallen lassen Was machen wir das jetzt? Ja, alles ist ja noch nie vorgekommen. Und so einen ähnlichen Fall hatten wir ja auch bei der ganzen Diskussion. Stellen wir uns einmal vor, wir hätten bereits im Februar diesen flächendeckenden Shutdown gemacht. Das hätte erst einmal einen ganz großen Aufruhr gegeben. Für was denn eigentlich? Das ist doch nur eine Grippe, die da kommt. Eine ganz einfache Grippe. Deswegen müssen wir doch nicht das öffentliche Leben stilllegen.

Will also sagen: Es macht keinen Sinn, in diesem normalen Risikomanagement zu versuchen, die schwarzen Schwäne einzubauen. Es sei denn, dass wir jetzt auf einer gesellschaftlichen Ebene unterwegs sind. Aber dann haben wir auch eine andere Zielsetzung. Zunächst mal muss aber festgestellt werden, dass wir für unsere ganz normale Liste von Unsicherheiten, die auf unser Projekt zielt, auf unsere Vorhaben, Ziele wirken könnten, eigentlich gar keine Möglichkeiten haben, diese niedlichen kleinen schwarzen Tierchen in irgendeiner Form zu behandeln. Letztlich kann ja ein schwarzer Schwan auch nur entstehen, wenn wir der Illusion erliegen, alle gegenwärtigen Ereignisse zu verstehen. Im Umkehrschluss kann das aber auch bedeuten, dass man sich gar keine Mühe mehr macht, um ansatzweise ein Verständnis für Ungewissheit oder Unsicherheit zu entwickeln, und das dann am Ende einfach alles den schwarzen Schwänen zuordnet.

Der Ansatz ist genauso falsch und kann zu weitreichenden Konsequenzen und Fehlentscheidungen führen. Wichtig wäre, um sich der Sache zu nähern, ein Verständnis und ein Gefühl für Eintrittswahrscheinlichkeit.

Und da haben wir sowieso unser unsere liebe Not damit, Eintrittswahrscheinlichkeit richtig einzuschätzen und auch zu visualisieren. Schon im ganz normalen Risikogeschäft ist ja schon oft zu hören, dass eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 20 Prozent eher so gut wie gar nix ist. Da bräuchte ich ja gar nicht drüber nachzudenken. 20 Prozent. Paah. Ich muss mich ja erst um Risiken kümmern, mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit bei 50 Prozent und größer. 50 Prozent sind mehr als in einer Fifty fifty Chance, dass dieser Schaden, wenn man das jetzt negativ betrachtet, dieser Schaden auch kommt. Und übrigens: 20 Prozent sind auch nicht ohne.

Und wenn wir jetzt mal überlegen, dass wir, wenn wir jetzt gerade augenblicklich auch hier unser Coronavirus nehmen, eine Letalität in vielen Ländern von mindestens acht bis zehn Prozent haben, dann ist das o, ist das aber viel. Das ist dann jeder Zehnte, der dabei ist. Oder sagen wir mal, jeder Zwanzigste bei 40 Prozent. Das ist aber dann doch schon erheblich und das schon erheblich groß.

Bedeutet also: Unsere Wahrnehmung in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit hängt auch immer wiederum von dem Ziel ab und von der Auswirkung auf das Ziel. Und deswegen sind schwarze Schwäne ja nicht in der Größenordnung von fünf oder einem Prozent zu sehen.

Wie groß war denn die Eintrittswahrscheinlichkeit, dass so etwas eintritt? Die Eintrittswahrscheinlichkeit war null komma null null null null null null null eins irgendwie ganz weit hinten auf der Normalverteilung. Ganz weit draußen, dort hinten, irgendwo da wohnen die schwarzen Schwäne mit einer extrem kleinen Eintrittswahrscheinlichkeit und gar nicht messbar, sodass wir das ja schon gar nicht im normalen Risikogeschäft dann auch verarbeiten können oder auch sollten. Deswegen an dieser Stelle vier Punkte, wie wir mit schwarzen Schwänen am besten umgehen. Wenn wir hier mal wieder Frieden eingekehrt ist, um uns das vor Augen zu führen, was wir vielleicht daraus für unser Risikogeschäft auch lernen könnten.

Nummer eins Ja, es gibt sie. Wir sehen ja gerade einen oder erleben gerade einen. Und sie kommen auch immer wieder

Zweitens: Nein, es gibt keine Methode, zu mindestens keine sinnvolle Methode, auch nicht im Risikomanagement, den Eintritt zu verhindern. Auch nicht, eine vernünftige Einschätzung der Größenordnung im Vorfeld durchzuführen. Wenn sich der frühe 2020 Corona-Rauch etwas gelegt hat, dann haben wir auch eine Lektion gelernt und wissen: So was kann vorkommen.

Die nächsten schwarzen Schwäne in der Richtung sind heute nicht mehr ganz so schwarz. Alle haben ja schon erwartet die letzten Jahre, dass mal wieder ein Schlag irgendwie geben müsste. Aus ökonomischen, ökologischen Gründen haben auf die Banken getippt. Das waren aber auch nur wiederum die Lektionen, die wir aus der Vergangenheit wieder adaptieren mussten. Wenn wir auch noch einmal die großen Themen anschauen, denken wir bitte dran.

Die schwarze Schwäne waren wirklich aus dem Nichts gekommen, aus dem Nichts, und zwar unvorstellbar in ihrer Erscheinung. Schwarze Schwäne haben auch in der Risikomanagement Literatur einen eigenen Namen, und dort heißt sie halt nicht „Schwarze Schwäne“, sondern die Unknown unknowns. Die Unbekannten Unbekannten. Und der einzige Weg, einem schwarzen Schwan zu begegnen, ist Management Reserve im normalen Projekt. Oder wir würden einfach nur sagen Puffer. Wir brauchen Puffer, um für die Unbilden des Lebens auch abgefedert zu sein.

Das war die Lektion Nummer 3, also wir können dem Unbekannten, das um die Ecke kommt, eigentlich nur mit Puffer in jede Art und Weise begegnen. Der Segler wünscht sich hierfür immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel, der Bänker immer noch die finale Finanzierungsquelle. Und wir alle am Ende natürlich noch kiloweise Toilettenpapier im Keller. Aber irgendwann begehren diese Puffer auf, irgendwann schreien die nach Auflösung. Ich meine damit jetzt nicht die Ravioli Dosen von der Schweinegrippe seinerzeit, sondern irgendwann kommt ein Controller, ein Finanzier auf die Gedanken: Das könnte man auch noch einsetzen. Das könnte man auch nur in Projekte umsetzen oder könnte damit auch noch das Kapital vermehren.

Und das bringt mich zum vierten Punkt, die uns die schwarzen Schwäne lehren sollten. Auf Kante nähen ist fahrlässig Ohne Reserven, ohne Puffer jede Art von Vorhaben durchzuführen, ist fahrlässig. Das sehen wir sehr gern im Kino. Bei James Bond oder bei seinen Kollegen. Da ist es immer ganz toll, wenn die auf Kante nähen und gerade noch über die Bahngleise drüberkommen, und dann der Zug vorbei donnert. Ganz toll anzusehen. Es ist nicht die richtige Lösung für unser tägliches Leben. Ein bisschen konservative Zurückhaltung würde da nicht schaden.

Über Projektmanagementpodcast.com

projektmanagementpodcast.com entstand aus dem Podcast von Wuttke&Team. Zunächst nur als kleines Hörspiel zwischen dem Abteilungsleiter König und dem Projektleiter Stein, die sich immer wieder in den langen Gängen der Pfefferminzia-Versicherung treffen und über das eine oder andere Projektmanagementthema philosophieren. Das war im September 2017.

Später (Ende 2018) wurde daraus der Projekt-Tambaya-Podcast. In diesem Format kamen noch mehr Interviews dazu, aber auch Reflexionen und auch erste Schwerpunktfolgen.

Mitte 2020 ist dann der komplette Podcast auf die Plattform projektmanagementpodcast.com umgezogen. Den Tambaya-Podcast gibt es noch immer, aber nun kamen noch weitere Schwerpunktfolgen dazu.

Unsere Vision

projektmanagementpodcast.com ist der führende Projektmanagementpodcast im deutschsprachigen Raum und ist ein eigenständiges Medienlabel mit unterschiedlichen Formaten und Partnern.

Hören Sie hier die allererste Folge aus dem September 2017

Podcast #92, erstmals veröffentlicht am 25.03.2020

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Wahrnehmungs-Verzerrungen

von Thomas Wuttke

Um was geht’s?

Welche Faktoren beeinflussen unsere Wahrnehmung und führen zu (unbegründeten) Euphorie und auch zu (unbegründeten) Panik?

Dieser Podcast befasst sich mit der Tendenz zu Wahrnehmungsverzerrungen. Wahrnehmungsverzerrungen bezeichnen unterschiedlich wahrgenommene Situationen von unterschiedlichen Personen oder auch: Zwei Leute blicken auf ein Glas Wasser und für den einen ist das Glas halb leer und für den anderen halb voll. Eine Metrik für unterschiedlich wahrgenommene Sachverhalte ist die Eintrittswahrscheinlichkeit. Wer sich fürchtet und abends durch einen dunklen Wald gehen soll, schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Überfalls ganz anders ein als jemand, der sich darum noch nie Gedanken gemacht hat. Im Projektgeschäft ist die Eintrittswahrscheinlichkeit ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements und daher ist die Kenntnis von Gründen, warum wir als Menschen zu Verzerrungen von Wahrnehmungen neigen, eine sehr nützliche Hilfe bei der Beurteilung unsicherer Situationen.

Im Interview mit Thomas Wuttke ist heute Prof.Dr. Bernd Ankenbrand von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

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Transskript

Bitte beachten: Der nachfolgenden Text dieser Podcastfolge wurde maschinell transkribiert. Bitte verzeihen Sie daher Rechtschreibfehler. Noch beherrscht selbst die beste KI dieser Welt nicht alle badischen Sprachnuancen, gell?

00:00:00
Speaker 1: Hallo Projekt Tambaya Podcast Fan Willkommen zur Folge 91 unseres Projekts Management Podcasts. Mein Name ist Thomas Wuttke. Wir von Wuttke& Team Unterstützen Sie mit Herzblut bei der Verbesserung Ihrer Projekt Kompetenz.

Wir haben aktuell Mitte März, und man kommt an dem Corona Thema natürlich überhaupt nicht vorbei. Nun sind wir kein Newsportal, sondern wollen mit dem Podcast ja auch einen klitzekleinen Beitrag zum Weltfrieden. Na, zumindest bis zu Ihrer Kompetenz Verbesserung leisten.

Unser Thema heute ist deswegen auch Wahrnehmungsverzerrung, wenn wir hier von Wahrnehmungsverzerrung sprechen. Das sind ja auch die umgebenden Faktoren. Was sagt das über uns als Gesellschaft aus, wenn hierzulande das Toilettenpapier knapp wird? In Frankreich dagegen Rotwein und Kondome nicht mehr in den Regalen zu finden sind? Wir leben nicht in unterschiedlichen Welten. Nur jeder hat seine eigene Wirklichkeit. Und im Wort Wirklichkeit ist wirken drin. Wirklichkeit ist meine eigene Wahrheit, die auf mich wirkt. Jetzt mag man vielleicht fragen Wo ist denn die objektive Wahrheit, die ultimative Wahrheit?

Keine Ahnung. Sie kennen doch bestimmt den Film Die Matrix? Unter uns, ich vermute, dass das Ganze nicht nur ein Hollywood-Blockbuster ist, sondern möglicherweise eine Dokumentation. Aber zurück zu unseren kleinen Wahrnehmungsverzerrungen. Wir haben ja auch im Projektgeschäft und im normalen Leben jede Menge Gelegenheiten, die Wirklichkeit individuell zu interpretieren. Dieser Podcast ist ein Annäherungsversuch. Und ich nähere mich dem Thema mit Professor Dr. Bernd Angebrannt von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Würzburg. Bernd ist ein, ja wie soll ich das sagen? Ein Risiko Professor und ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus und frage Bernd, was ist denn die eigentliche Bedrohung?

00:02:18
B.A.: Man sollte sich die Frage stellen Wo sind mehr Schaden durch mehr Unheil angerichtet durch den Virus an sich oder durch die Angst vor dem Virus?

00:02:28
T.W.: Woher kommt das? Ich meine, es ist ja Thema eigentlich das allgemein bei der Betrachtung von Unsicherheiten, der Betrachtung, von Risiken. Ja, wo kommt es her?

00:02:39
B.A.: Risiken sind in der Tat schwer einzuschätzen, weil sie aus zwei Komponenten bestehen, nämlich Schaden, Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit und ausbreiten. Wie wahrscheinlich ist, dass so etwas eintritt? Und welchen Schaden das Ganze verursacht? Sind die beiden Komponenten, die das Risiko zu einem Risiko machen? Übrigens bin ich kein alter Grieche, um einmal auf dicke Hose zu machen. Ich hoffe, ich spreche es richtig aus. Wir haben das Wort für Felsen, Klippe, und da kommt der Wortstamm Risiko her. Aber es kann das Boot auch stützen, wenn die Klippe weit weg ist. Wenn die Wahrscheinlichkeit weit weg ist, dann ist es auch ein großes Risiko. Ein Risiko hat zwei aus zwei Komponenten, die wir uns immer verdeutlichen müssen dass es anders zu Wahrscheinlichkeit multipliziert mit Schadensausmaßen.

00:03:36
T.W.: Ich habe gerade den Eindruck, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit irgendwie den Bach runtergeht. Da kommt auf einmal die Eintrittswahrscheinlichkeit, die spielt eine große Rolle. Genau wie umgekehrt bei der Lotterie. Da denke ich ja auch ständig, dass ich der Gewinner bin. Eintrittswahrscheinlichkeit wird da ja irgendwie völlig vernachlässigt.

00:03:56
B.A.: Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist In der Tat das, was wir menschlich entscheiden, schwer einschätzen können.

Chris Rock Einstein aus Kalifornien hat ein Experiment gemacht, Leute eben gefragt Was werden Sie dafür zu zahlen, um schmerzhafte, nicht gefährliche, aber schmerzhafte Elektroschocks zu vermeiden? In haben Sie gesagt Hey, was dazu geführt, dass eine ein prozentige Wahrscheinlichkeit verhüllt ist. Eine andere, haben Sie gefragt Und was bist du dafür bereit, der 99 Prozent Wahrscheinlichkeit zu vermeiden? Also das gleiche schmerzhafte, aber nicht gefährliche Elektroschocks?

Einmal was? Ziemlich sehr neun Prozent bei einem anderen Einsatz sind ziemlich unsicher. Das Faszinierende war der Unterschied von heute, dass Sie bereit waren zu zahlen. Minimal. Die Leute, die mit 99 Prozent Chance vermeiden wollten, waren da ungefähr dabei bereit, zehn Dollar zu zahlen. Und die Leute, die eine ein prozentige Chance, ein prozentige Chance ausließ, waren es bereits sieben Dollar zu zahlen. Recht nahe beieinander. Was eigentlich? Ein Prozent so ein Prozent ist ziemlich unwahrscheinlich. Und so tun wir uns sehr schwer, Risiken einzuschätzen. Und in der Fachwelt sagen wir Wahrscheinlichkeit, Vernachlässigung, umständliches Wort. Aber das ist eine treffende Beschreibung für viele Verzerrungen, wenn es darum geht, Risiken objektiv wahrzunehmen und gesagt umgehend.

00:05:49
T.W.: Im positiven Fall ja, auch dann für die Lotterie

00:05:52
B.A.: Ich weiß, ich mache mir da keine Freunde, denn mit einer Lotterie ist die Eintrittswahrscheinlichkeit hier. Ich habe vier Jungs, und dann mache ich mir dieser Schritt durch. Und dann, wenn wir im Auto sitzen und die Werbung hören, an eins zu 80 Millionen. Dass ein einziger in Deutschland hat die Chance, überhaupt immer etwas zu gewinnen. Jetzt knacken, und trotzdem machen sie die Leute mit. Denn irgendwie ist das eigentlich meine. Daraus nimmt viel auf dem Spiel, steht positiv wie negativ.

00:06:28
B.A.: Setzen wir unsere Rationalität aus? Sehr viel. Stichwort Checkbox. Bei sehr großen Farben, Stichwort Flugzeugabsturz oder Corona scheint eine rationale Betrachtung aus. Wir sind dafür bereit, irrationale Preise zu neuen Aktivitäten in Kauf zu nehmen.

00:06:53
T.W.: Es gibt ja den schönen Vergleich. Der gefährlichste Teil am Fliegen ist die Fahrt im Auto zum Flughafen. Aber natürlich ist ein Flugzeug abstürzt, wenn ich das jetzt mal so martialisch  anschauen geht durch die Presse, der wird tagelang bedient. Und wenn ich mir im Auto im Graben fahre und an einen Baum. Das ist vielleicht der Lokalnachrichten.

00:07:21
B.A.: Ständig, oder genau? Wir müssten eigentlich bei Risiken zwischen zwei Aspekte unterscheiden. Und bei meinen Vorträgen zeige ich nicht immer am Flipchart mit auf. Wir müssen wir unterscheiden zwischen der tatsächlichen Gefahr und der öffentlichen Empörung der Bürger in der Berichterstattung. Darüber gibt es einen anderen Sendern, und die haben so schön visualisiert Terroranschläge, wahnsinnige öffentliche Empörung. In meinen Vorträgen spielen die Leute, wer weiß noch, wo am 11. September 2001 war.

00:07:56
B.A.: Alle Hände. Jeder weiß er. Diese schrecklichen Nachrichten bekommen hat Terroranschlägen, und es tut mir leid. Aber ich bin Wissenschaftler. Deswegen Vertrauen auf Zahlen und vielleicht nicht besonders sympathisch, zumal um jeden einzelnen Toten leid. Aber bei diesem Anschlag 11. September starben 3000 Leute. Jeder Tote ist zu viel. Aber man betrachtet In den Fliegern saßen nur 213 Leute in allen Fliegern zusammen, man 213 Passagiere. In den Monaten nach dem 11. September hatten viele Leute Angst, in die Finger zu steigen, insbesondere in den USA und Russland.

Das wird einfach mal so nie die Fahrensmann vom Ammersee nach München rein. Da geht’s von Los Angeles nach San Diego, nach Washington D.C. Nach Florida. Und dann gibts Untersuchungen dazu, die gezeigt haben, dass in den Monaten nach dem 11. September das Verkehrsaufkommen auf amerikanischen Industrie teilweise rasant nach oben gegangen ist. Die Leute hatten Angst zu fliegen, Angst, eine von den 213 nächsten Toten zu sein. Glücklicherweise gab es keine Terror-Anschlag in Flugzeugen mehr in den USA. Es ist keiner mehr gekommen. Viele Leute haben Angst, in den Flieger zu steigen. Und mit dem enormen Anstieg Verkehrsaufkommen sind auch die Verkehrsaufkommen auf amerikanische Interstate rasant angestiegen.

Forscher aus Berlin hat die Statistiker deswegen seit zirka tausend fünf hundert fünf und sechzig tausend sechs hundert Zinsertrag und 600 Leute starben zusätzlich in den Monaten nach dem elften September. Weil sie Angst hatten, in den Flieger zu steigen und sich selber gedacht haben, muss es für mich sicherer. Ich setzte mich über Steuer und vereidigen die Cross Country durch. Dies hat leider ganz konkrete, ganz schmerzhafte, ganz tödliche Konsequenzen. In dem Fall, statt in den Flieger zu steigen, was viel sicherer ist die Fahrt zum Flughafen.

Das Gefährlichste sind viele Leute in den USA nicht in die Flieger gestiegen, sondern Cross Country. Das Verkehrsaufkommen ist gestiegen, und 1619, kann man spricht, sind zusätzlich gestorben.

00:10:21
T.W.: Aber das ist schon sehr interessant. Auf deine Frage hin muss ich jetzt auch zugeben Wo warst du am 11. September? Ich kann dir genau sagen, wo ich war. Ich weiß genau, wie das passiert ist. Das heißt, ich habe dann auch eine neuronale Verbindung aufgebaut. Ich kann das genau nochmal beschreiben. Die Szene Es war warm an dem, so warm an dem Tag, das weiß ich noch in Karlsruhe. Und bedeutet das, dass ich dann aber auch die Eintrittswahrscheinlichkeit verändert?

Je größer das Licht der Aufmerksamkeit in dem Moment auf dieses Ereignis scheint,

B.A.: Ja, die Verfügbarkeit, sodass sich die andere Wahrscheinlichkeit verändert, nicht die wahrgenommene Eintrittswahrscheinlichkeit und das, was für uns verfügbar ist, das sind wir uns auch auf der einen Seite eine natürliche Schutzmechanismus. Wie würden wir durchdringendes, wenn wir jedes Mal ins Auto steigen würden? Und zur Gefahr am Bewusstsein wurde vielleicht auch eine Presse gelesen als unwahrscheinlich. Erfolg, dass auch super ist gefeiert, dass in Deutschland nur noch 3000 Prozentsätzen sind. 24 glaube ich nicht fest. Aber um die 3000 Verkehrstote im letzten Jahr hat Rekord Rekord niedrig. Trotzdem sind 3000 Tote im Verkehr, und da spricht keiner drüber, und keiner hat mächtig Panik, ins Auto zu steigen oder irgendwo aufs Fahrrad zu setzen. Mit diesem Risiko umzugehen, sondern etwas Neues kommt. Stichwort Terroranschläge im Flugzeug hatte keiner für möglich gehalten.

00:11:47
T.W.: Aber du hast es gerade eben gesagt Wahrnehmungsverzerrungen helfen uns. Ich meine, es war zwar von der positiven Seite her, wenn ich jetzt ins Auto einsteige und mir jedes Mal darüber bewusst werde, dass der 3000 Verkehrstote pro Jahr feiern die nochmal? Weil es ja, ich kann mich noch erinnern. Vor vielen Jahren waren das, glaub ich mal, fünfstellige Zahlen. Wir haben das schon gemacht, aber trotzdem 3000 sind 3000. Das sind jetzt 10 am Tag, mindestens statistisch gut. Du bist Wissenschaftler, habe ich gelernt. Das ist etwas genauer rechnen aber. In der Größenordnung von 10 am Tag, wo wir das sagen so what? Mich wirds schon nicht treffen. Ich brauche diese Wahrnehmungsverzerrungen offensichtlich auch, um zu überleben.

00:12:25
B.A.: Das ist ja was Positives macht Hinsichten des Alltags erträglicher. Aber es lenkt dann von den wirklich gefährlichen Todesursachen Perspektive. Es ist ein Vielfaches wahrscheinlicher und Herz-Kreislauf-Krankheiten zu sterben, zu sterben, wenn wir nicht gesund leben wollen, damit nichts Schutzmasken zu kaufen.

00:12:52
B.A.: Aber es ist eben auch in anderen Bereichen ebenso auf andere Bereiche zu lenken. Stichworte Risiko, Betrachtungen, Risiken. Um Streit zu vermeiden oder im zu Hause zu vermeiden. Die Verfügbarkeit Heuristik. Auch Ursache vieler Streits. Kollegen haben Experimente gemacht, wo sie Ehepartner gefragt haben, wieviel Prozent der anfallenden Arbeit im Haushalt von Spülmaschine einräumen. Stecken bis hin zu Steuererklärungen, vorbereiten bis hin zum machen alle das gesamte Spektrum. Was im Haushalt anfallen, magst du denn da? Hat mir die Ehepartner unabhängig voneinander befragt und Witze gemacht.

#Das Ergebnis dieser beiden Aussagen war immer über hundert Prozent. Jeder hat sogar 75 Prozent oder 80 Prozent. Aber immer, immer war das Ergebnis über hundert Prozent. Jeder sieht nämlich das, was er selbst gemacht hat. Jeder sieht seine eigenen Aktivitäten und das, was verfügbar ist. Und vor dem Hintergrund auch Stichwort, Projektmanagement. Wir sehen das, was wir machen, prägt, und das ist für uns verfügbar. Und so sehen wir eben auch die Risiken, die nicht verfügbar sind. Schätzen die verfügbaren Risiken viel dramatischer ein als die eben nicht so präsenten, nicht zu verfügbaren

T.W.: Wegen, weil Okey, weil wir ein Problem mit der Eintrittswahrscheinlichkeit haben.

B.A.: Mit Eintrittswahrscheinlichkeit haben wir ja eine normale saisonale Grippe, die ungefähr ein Faktor von 1,3 dieser Verbreitungs Faktor von 1,3 führt dazu, dass nach 1000 Zyklen Leute sich gegenseitig anstecken. Nach fünf Zyklen hat man mit 45 Leute angesteckt.

Auf meiner Webseite bzw. meinen Vorträgen. Und es ist auch schön animiert. Die New York Times habe ich mit übernommen. Die hat es sehr schön mit aufgezeigte ausbreitet. Und wie sich das auch sehr stark verschiebt, bin ich auf der anderen Seite, wenn ich jetzt wahnsinnig in Sicherheit sind. Es ist ungefähr 2,6 2,6 unser Verwaltungsfaktor.

Das heißt Krone verbreitet deutlich schneller konkret statt. Ist einer, der 45 einsteckt, hat man bei Corona eine, der nach fünf Zyklen 368 steckt. Die Ausbreitung von Carmona ist deutlich höher, als wir wissen. 1. Die Ausbreitung von anderen.

00:15:49
T.W.: Ist die Panik berechtigt?

00:15:53
B.A.: Die Ausbreitung betrifft auch nur Stichworte. Die Sterblichkeit ist deutlich geringer als die Sterblichkeit. Ist im Moment eben irgendwas. In normalen saisonalen Grippe. Weit davon entfernt von SARS, weit entfernt von Ebola und sogar weniger.

00:16:21
T.W.: Wenn ich jetzt nochmal zurückkomme auf dieses Thema der Wahrnehmungsverzerrungen es haben ja ein Paar durchgesprochen ist auch ein Beispiel von dem Virus und Lotterie und Straße und Flugverkehr. Wie kann ich mich schützen davor? Was kann ich denn selber tun? Ich selber, ob jetzt als Projektleiter oder als Normalbürger oder als eigene Person. Was kann ich denn tun, damit ich mich vor solchen Wahrnehmungsverzerrungen schütze oder mir selber zumindestens auf die Spur komme?

00:16:51
B.A.: Prospekts zurücktreten und sagen Okay, das kann ich jetzt genommen. Schlimm ist es wirklich. Das ist das Stichwort. Bei einer Krankheit schaden unzuständigkeit wie Menschenkind. Was sind die wirklich dringenden Probleme? Meistens sind es vielleicht nur die wenigsten. Es muss nicht weiter geschoben werden. Für Lay out Fragen vielleicht. Man muss einfach eine Perspektive nehmen. Was sind die wirklichen Risikofaktoren?

Das Zweite ist Muss man sich bewusst sein, dass die meisten Schäden eben nicht eintreten aufgrund von Unwissenheit, sondern auch viel von Ungeschicklichkeit, also eigentlich Ignoranz, sondern die auf die Fehler, die Ungeschicklichkeit machen. Und als Pilot muss ich mich intensiv beschäftigt hatte, wo ich auch meine eigene Arroganz ein bisschen zurechtrücken musste, mich an einem Beispiel erklären 1935 Gabs, ein großer Regierungsauftrag In den USA stehen die neuen Langstreckenbomber zur Auswahl. Mehrere Unternehmen im Rennen und das Unternehmen, das am weitesten zu gewinnen war, wohl der Prototyp von Boeing.

All die vielen, vielen Leuten, die größere Reichweite, größere Nutzlast, ein wahnsinns Flugzeug haben, so blöd sollte es doch mal vorgeführt werden. Und bei dieser Vorführung war dann die gesamte Regierungsmannschaft vertreten. Waren Vertreter da? Das Ding wie die Profi Mühelosen steigen ein und das Ding beschleunigt auf Rollen. MEK Es hebt ab.Und stürzt ab. Was passiert mit dieser Superliga abgestürzt? Die Piloten haben einen Fehler gemacht. Die haben vergessen, die Route von Regelungen zu entfernen. Theroux Regelungen kann eine Innovation der damaligen Zeit haben. Diese Seiten und Höhenruder Querruder, damit die am Boden nicht rum flackern, bolzen. Eingesteckt haben wir diese Bolzen, weil er draus tut. Beides ist steuerbar. Und dann haben die vergessen, die Rohstofflieferungen daraus zu machen.

Mittlerweile sind die Fürdiesen schildert, wie man Fliege hat. Die muss man eben nur herausziehen, bevor man loslegt. Und Bohlen habe es nun geschafft, die Regierungsmannschaft zu überzeugen, dass er den Auftrag bekomme, indem sie versichert haben und Maßnahmen eingeführt haben, dass so etwas nie mehr vorkommt. Was haben Sie erfunden? Die Checkliste, so etwas Banales und Einfaches wie eine Checkliste hat eben jetzt reihenweise geholfen, Leben zu retten. Die Piloten damals haben blöderweise noch keine Checkliste genug, hatten ebenso eine Kleinigkeit vergessen. Deswegen ist es auch schon mal besprochen. Aber ich bin ein Wahnsinn gebaut, um Risiken zu vermeiden. Die meisten Fehler eben nicht aufgrund von Unwissenheit, sondern von Ungeschicklichkeit passieren. Und seitdem mein Riesentalent von Checklisten und am eigenen Leib erfahren, als Hobbypiloten am Anfang gedacht Oh, ich kann das alles nie sein.

Vielleicht ist doch alles im Kopf und so Sachen wie beispielsweise die Fenster. Verriegelung drin habe ich schon vergessen. Dann springt da, wenn im Flug in 3000 Fuß Höhe, Stunde, Fenster auf. Nicht schlimm, erstmal. Aber es macht unglaublichen Schrecken, gerafften Schrecken.

00:20:55
T.W: Okay, super, das Bewusstsein, die Ungeschicklichkeit in Attitude.

00:21:00
B.A.: Aber noch ein Weiter spannen möchte, ist das allergrößte Risiko. Die Maßstäbe des anderen nicht zu verstehen. Wie ich die Welt sie mit der Karte, die ich will, gehe, ist eine andere, die andere verwendet. Und das größte Risiko einander vorbei. Projektmanagement, indem man anders verfolgt. Was sind eigentlich das, was der andere will? Ein Beispiel Ich bin viel in der Bankenwelt unterwegs und unter anderem Studien gemacht zu Service-Qualität und dergleichen. Ein Bekannter hat eine Studie zum Schweizer Banking. Unter anderem gefragt Welchen Service bietet die Bank heute an und?

Diese einfache Frage der drei Gruppen gestellt, nämlich die Kunden von Schweizer Privatbanken. Den Beratern mit Banking Beratern und den Führungskräften von diesen Schweizer Privatbanken. Und die konnten dann ankreuzen. Meine Bank bietet eine Rundumbetreuung an!

Bei Führungskräften haben 50 Prozent gesagt Wir bieten unseren Kunden rund um 300. Kamen nur 43 Prozent gesagt Wir bieten unseren Kunden eine Rundumbetreuung. Und wieviel Prozent der Kunden haben gesagt, Sie bekommen von uns Schweizer Privatbank?

00:22:26
T.W.: Dann lass mich raten. Neunzig?

00:22:29
B.A.: null komma null Prozent der Kunden sagten Wir bekommen eine Rundumbetreuung von unseren Kunden.

Unsere Bank hat offensichtlich die Kunden ein anderes Verständnis von Rundumbetreuung als die Führungskräfte, die sich mit einer anderen Landkarte. Und dieses Risiko hat sich hier manifestiert. Wir laufen mit unterschiedlichen Maßstäben und Landkarten durch die Welt und sind uns gar nicht bewusst, dass sie so extrem unterschiedliche Maßstäbe haben, so unterschiedliche Wahrnehmungen haben und glauben, dass man eigentlich schon in der fünften, sechsten Klasse lernte Stichwort Geografie.

Wenn wir durch die Welt reisen, brauchen wir Landkarten. Unsere Erde ist aber eine Kugel, die Problematik. Wir brauchen auf dem Schiff, aber auch im Flieger gebrauchen eine zweidimensionale Abbildung unserer dreidimensionalen. Ich mache es mir gerne. Ein Beispiel, wo ich mich gerade im Anguckt und Länder miteinander vergleicht, beispielsweise Grönland und Afrika. Google-Maps gehen oder kann auf noch besser truesice.org gehen und kann dort nachgucken. Wie groß ist Grönland? Und wie groß ist Afrika? Welche Fläche Finnland und welche Fläche belegt Afrika? Nicht nur die Karte angucken, gern auch im Vortrag und immer frappierend. Ich schätze die meisten die Forderung. Verschmutzen Sie auch die Flächen von Grönland ist nur 2,2 Millionen Quadratkilometer, die Fläche von Afrika dreißig komma zwei Millionen Quadratmeter. Auf der Landkarte sind Sie aber ungefähr gleich groß. So ist das verkehrt. Nein, hat es nicht verkehrt.

Unsere Landkarte ist eben Winkel getreu, aber nicht getreu. Also, wenn ich eine Karte von der Dreitägiges ein Objekt mache, bin ich Schlachtross.

Entweder sterbe ich den Tod. Das Ganze nicht Winkl Getreues Das ist mir ziemlich doof, wenn ich ihn navigieren will. Damit, weil die Winkende in echt sein müssen auch die richtigen Winkel auf der Karte sein. Also ich brauche eine Wintergetreide, kann ich meine mittige Troika nicht lassen.

Getreu Eine Polis ist verzerrt, Pole ist größer als der äquator, wird gestaucht. Bin ich in viele andere Menschen mit einer verzerrten Landkarte durch die Welt und glauben, meine Karte ist sowohl Flächen als auch Winkel getreu, ist aber nötig. Sie kann entweder oder sein. Und so laufen wir mit Karten durchs Leben. Immer glauben meine Karte, meine Meinung, mein Projekt. Verständnis ist das Richtige, meinen. Meine Zielvorgaben sind die entscheidenden. Jemand anders hat eine andere Landkarte im Kopf und die Landkarte des anderen nicht zu kennen. : Das absolut größte Risiko

00:25:34
T.W.: Dem möchte ich gar nichts mehr hinzufügen. Vielen Dank. Und ja, ich wünsch dir alles Gute. Wenig Eintrittswahrscheinlichkeit auf die Bedrohungen, Eintrittswahrscheinlichkeit und auf die Chancen perfekt.

00:25:49
B.A.: Danke, ciao

00:26:00
Speaker 1: Das war der Projekt Tambaya Podcast. Alle Folgen und weitere Informationen finden Sie unter wuttke.team/podcast. Vielen Dank fürs Zuhören. Auf Wiederhören!

Über Projektmanagementpodcast.com

projektmanagementpodcast.com entstand aus dem Podcast von Wuttke&Team. Zunächst nur als kleines Hörspiel zwischen dem Abteilungsleiter König und dem Projektleiter Stein, die sich immer wieder in den langen Gängen der Pfefferminzia-Versicherung treffen und über das eine oder andere Projektmanagementthema philosophieren. Das war im September 2017.

Später (Ende 2018) wurde daraus der Projekt-Tambaya-Podcast. In diesem Format kamen noch mehr Interviews dazu, aber auch Reflexionen und auch erste Schwerpunktfolgen.

Mitte 2020 ist dann der komplette Podcast auf die Plattform projektmanagementpodcast.com umgezogen. Den Tambaya-Podcast gibt es noch immer, aber nun kamen noch weitere Schwerpunktfolgen dazu.

Unsere Vision

projektmanagementpodcast.com ist der führende Projektmanagementpodcast im deutschsprachigen Raum und ist ein eigenständiges Medienlabel mit unterschiedlichen Formaten und Partnern.

Hören Sie hier die allererste Folge aus dem September 2017

Podcast #091, erstmals veröffentlicht am 18.03.2020

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Agile Projekte Projekt-Tambaya

Was sind DevOps?

von Thomas Wuttke

Um was geht’s?

Ein Erklärungsversuch über die Philosophie von DevOps, dem Zusammenspiel zwischen Entwicklung und dem laufenden Betrieb in agilen Umgebungen

Neben den üblichen Artefakten im agilen Projektumfeld ist seit einiger Zeit vermehrt von DevOps die Rede. Was sind eigentlich DevOps? Ist das irgendeine Software? Oder ein Prozess? Um die Notwendigkeit von DevOps zu verstehen, ist es wichtig, sich zuerst den Releasetakt agiler Umgebungen bewusst zu werden. Wenn eine Team einen neuen Release nach nur wenigen Sprints veröffentlicht („deployed“), dann muss diese neue Version ja im Betrieb integriert werden. Und je kürzer diese Zyklen sind, desto häufiger muss diese Integration erfolgen. Wenn agile Teams und Umgebungen darauf abzielen, jeden Sprint zu releasen, dann entsteht ein starker Abstimmungabedarf zwischen eben Development („Dev“) und Operations („Op“).

In früheren Zeiten gab es auch schon DevOps – auch da war eine Übergabe des Projektprodukts in den laufenden Betrieb nötig. Aber das geschah meistens erst am Ende der Projektlaufzeit. Und da die Projektlaufzeiten wesentlich länger waren, als im Extremfall nur ein Sprint, war die Übergabe ein typischer Bestandteil des Projekt-Phase-out.

Ein Erklärungsversuch im Interview mit dem Agilcoach Mihai Donos.

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Später (Ende 2018) wurde daraus der Projekt-Tambaya-Podcast. In diesem Format kamen noch mehr Interviews dazu, aber auch Reflexionen und auch erste Schwerpunktfolgen.

Mitte 2020 ist dann der komplette Podcast auf die Plattform projektmanagementpodcast.com umgezogen. Den Tambaya-Podcast gibt es noch immer, aber nun kamen noch weitere Schwerpunktfolgen dazu.

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Hören Sie hier die allererste Folge aus dem September 2017

Podcast #90, erstmals veröffentlicht am 11.03.2020